Schueltreychle
Dienstag, 03.12.19 | 13:30 Uhr

Schueltreychle

Das Treycheln geht ursprünglich auf vorchristliches Brauchtum zurück. In dieser Zeit waren die Menschen noch vermehrt von den Jahreszeiten und vom Wetter und seinen Einflüssen abhängig. In der Vorstellung jener Menschen erschwerten in der dunkeln und kalten Jahreszeit böse Geister das karge Leben. Die Menschen lehnten sich gegen diese Mächte auf und versuchten mit wildem Treiben diese Geister zu vertreiben. Dazu benutzten sie allerhand Lärminstrumente. Für dieses mutige Auftreten wurden sie von den Bewohnern mit Gaben belohnt.

Das Christentum übernahm den tief verwurzelten Brauch und gab ihm einen neuen Sinn. Man glaubte, dass der Heilige Nikolaus mehr Macht über all das Böse habe und besser vor Unheil bewahre. Daher vertreiben heute die Schülerinnen und Schüler mit ihren Treycheln und Schellen nicht mehr die Wintergeister, sondern begrüssen den gütigen Samichlais.

Jeweils am Dienstagnachmittag nach dem Samichlais-Iizug ziehen sie gruppenweise durch das Dorf und das Bauernland. Dabei werden sie angeführt von einem Geiggel in einer weissen Bluse, einem Geröll und einem selbstgebastelten Hut sowie von zwei Schmutzlis. Diese drei gehen von Wohnung zu Wohnung und bedanken sich mit einem Sprüchli für die Geldgabe. Das gesammelte Geld wird einem von den Schülerinnen und Schüler ausgewählten, guten Zweck zugewiesen.

Quelle: Ernst Odermatt, Buochs in Wort und Bild, 1994, S.143.

Samichlais Buochs

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